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Style / Dezember 2020
Youngmin Kang

Wie der Künstler Youngmin Kang Design neu definiert

Youngmin hat einen Stuhl aus recyceltem Plastik kreiert, inspiriert von Reeboks Sneaker Classic Leather Legacy. Erfahre mehr darüber, was ihn inspiriert, wie er den Status quo infragestellt und welche „Legacy“ er hinterlassen möchte.

Der Künstler Youngmin Kang zeigt mit seinen Designs, dass des einen Mülls des anderen Schatz ist. Er schreibt seine „Legacy“, indem er die Grenzen von Design verschiebt und Objekte umfunktioniert. Als Mitglied des in Seoul ansässigen Kollektivs 1S1T bringt uns Youngmin dazu, das, was wir für Müll halten, mit anderen Augen zu sehen. Er sagt, er kreiere nicht einfach nur Dinge, die schön sind; er kreiere Dinge, die seine Generation repräsentieren.
 
Reeboks neuster Drop des Sneakers Classic Leather Legacy  dreht sich um Gemeinschaft und die positiven Innovationen, die verschiedene Menschen und Orte hervorbringen. Der Sneaker ist von einem Reebok Laufschuh aus den 70ern inspiriert und hat seine ganz eigene „Legacy“. Bei der neusten, auf Nachhaltigkeit ausgelegten Version besteht das Obermaterial zu mindestens 30 % aus [Ree]cycling-Materialien. 
 
Youngmins Designprozess besteht typischerweise darin, Plastikmüll zu sammeln und einzuschmelzen. So entstehen aus alten Busgeländern schon mal einzigartige Möbelskulpturen, die die ästhetischen Erwartungen an Objekte sprengen. In Zusammenarbeit mit Reebok hat Youngmin ein einzigartiges, vom Classic Leather Legacy inspiriertes Möbelstück angefertigt, indem er verschiedenfarbige, den Farbvarianten des Sneakers nachempfundene Plastikabfälle miteinander verschmolz. Youngmin sieht seine „Legacy“ darin, dass er dazu beigetragen hat, die Konversation rund ums Thema Müll und Wiederverwertung in Südkorea zu verändern und das damit verbundene Stigma zu bekämpfen. Lies weiter, um zu erfahren, was er zum Projekt mit Reebok zu sagen hat und was ihn in der Zeit inspiriert hat.
 
Reebok: Woher kommt deine Leidenschaft für das, was du tust? 
 
Youngmin: Meine Leidenschaft ist es, Leuten zu zeigen, dass es nichts Schlechtes ist, Müll aufzuhübschen. Manche formen die Natur und ich mache etwas Schönes aus Dingen, die andere nicht mehr brauchen, Dinge, die zurückgelassen wurden. Ich archiviere gerne Fotos von Alltagsgegenständen. Das ist meine Inspirationsquelle and ich freue mich immer wieder, wenn ich Schönheit in zurückgelassenen Dingen entdecke. Vor allem, wenn ich sehe wie ältere Menschen Dinge auf ihre eigene Weise reparieren und nutzen, die weggeworfen wurden, dann spüre ich das, was Design ausmacht.
 
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Reebok: Was hast du durch deine Arbeit über dich selbst und andere gelernt?
 
Youngmin: Als ich in der Fabrik zum ersten Mal Plastikmüll sah, war das ein sehr positives Gefühl. Es erschien mir wie ein neues Material.
Die Menschen, die das Tag für Tag beobachteten, hielten es trotz meiner Arbeit immer noch für Müll, weil es Müll war. Als ich etwa 20 Stühle gemacht hatte, bekam ich von vielen Menschen Feedback und merkte, dass ich ihre Perspektive verändert hatte. Ich habe gelernt, dass nicht nur meine eigenen Argumente, sondern auch die vielen Rückmeldungen, die ich von anderen zu meiner Arbeit bekomme, die Vorurteile anderer ausräumen können.
 
Reebok: Wie hat sich deine Arbeit in dieser weltweit unsicheren Zeit gewandelt? 
 
Youngmin: Anfang des Jahres hatte ich eine Einzelausstellung. Danach habe ich mich ziemlich lange auf eine große Designmesse in Mailand vorbereitet, die aber wegen des Virus abgesagt wurde. Das war ein großer Verlust. Aber der Verlust gab mir auch neuen Antrieb. Als sich wieder eine Gelegenheit ergab, war ich hochmotiviert.
 
Ich konnte ein neues Projekt mit einer Fabrik und einem Kollegen starten, die meine Designziele teilten. Ohne den ursprünglichen Verlust, wäre ich vielleicht gar nicht dazu gekommen. Bei einem Rundgang durch die Fabrik sah ich Plastikstücke, die für die Fabrik als Abfallprodukte nutzlos waren, für mich aber eine eigene Schönheit ausstrahlten. Daraus entstand unser Designkollektiv „1S1T“. Wir sind eine Gruppe, die die Grenzen von Designt durchbricht, um unsere „Legacy“ zu kreieren. Der aus recyceltem Plastik geformte Stuhl ist unser erstes Projekt. 
 
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Reebok: Was war deine Inspiration für das Projekt mit Reebok zum Classic Leather Legacy? 
 
Youngmin: Wir wollten Möbeldesign modisch interpretieren und konzentrierten uns dabei auf sogenannte Streetwear statt traditionelle Mode. Das Design wirkte steif und begrenzt im Vergleich zu den schnelllebigen und dynamischen Modetrends. Ich interessiere mich persönlich für schnelllebige Streetwear und dekonstruktivistische Mode. Das wollte ich ins Projekt einfließen lassen.
 
Bei meiner Arbeit orientierte ich mich an den Farben der verschiedenen Sneaker der Kollektion. Mein neues Material erwies sich als sehr geeignet, um unsere Mode- und Designvorstellungen umzusetzen. Reeboks neue Farbkombination hatte eine Farbe, die in der Hypebeast-Szene bisher nicht zu sehen gewesen war. Das gab meiner Arbeit eine neue Dimension. Meine Arbeit spiegelt die Farben der Sneaker-Kollektion wieder.
 
Die Farbvariante stand in keinem Zusammenhang mit den Produkten irgendwelcher anderer Marken, war also eine neue Ausdrucksform meiner Arbeit in einer völlig neuen Farbpalette. Wir freuten uns, diese Modekollaboration öffentlich präsentieren zu können, um unsere Ziele vermitteln und einander unterstützen zu können.
 
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Reebok: Wie schafft ihr Möglichkeiten für andere Menschen in eurer Community? 
 
Youngmin: „1S1T“ ist ein hervorragendes Beispiel dafür. Wir fingen an, mit den Beschränkungen von Design experimentieren. Wir stellen die Frage „Ist das Design?“ in Bezug auf die Schnittstelle von Design. Wir stellen fest, dass uns das ermöglicht, die Grenzen von Design zu durchbrechen und so unsere „Legacy“ zu etablieren. Das zeigt sich in allem, was man kreiert.
 
Wir hatten viel Hilfe von unglaublich tollen Menschen in Mailand und New York. Sie sind die Gurus und Mentoren der Branche. Sie erfuhren zufällig von uns und gaben uns kostenlos viele Ratschläge als Wachstumsimpulse. Wir sind hier, um „in Vorleistung zu gehen“. Wir lassen uns gegenseitig an unseren Erfahrungen teilhaben. Das macht unser Experiment interessanter und ambitionierter und wir teilen diesen Vibe und dieses Erlebnis mit vielen Designern in Korea. Das ist für uns die wahre Bedeutung von Design.
 
Reebok: Wenn man sich mit anderen für eine Sache einsetzt, die einem wichtig ist, kann man einen Unterschied machen. Was würdest du jemandem mitgeben, der sich stärker in eine Thematik einbringen will, die ihm wichtig ist, um eine eigene „Legacy“ aufbauen? 
 
Youngmin: Ein Aspekt ist, darüber nachzudenken, wie man etwas vermitteln möchte. Ich spreche nicht mit meinem Mund, sondern durch das, was ich anderen zeige. Ich sage nicht, mein Projekt sei aus Müll. Ich will, dass Menschen als Erstes Schönheit sehen und davon bewegt sind – das ist Teil meiner „Legacy“. Ich will, dass die Menschen erst später merken, dass es eigentlich Müll ist, denn das erhöht die Resonanz und den Aha-Effekt.
Style / Dezember 2020
Youngmin Kang