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Style / August 2020
Danielle Rines, Reebok Editorial

Hinter den Kulissen: Reeboks Frauenkleidung

Zwei Mitglieder des Reebok Teams für Frauenkleidung erzählen, wie es in der Branche mit Inklusivität aussieht, wie Produkte entstehen und was es bedeutet, wenn Frauen für andere Frauen designen – denn es gibt keine Einheitsgröße.

Wenn das Gehalt auf dem Konto landet, belohnt man sich gerne mal mit einer kleinen Online-Shoppingtour. Doch manchmal muss man leider feststellen, dass es ein Lieblingsstück nicht in der passenden Größe gibt. Solche Momente sind mehr als frustrierend und kommen bei vielen Frauen leider viel zu häufig vor. Mit der Zeit entsteht so ein tiefes Misstrauen gegenüber Marken.
 
Die unzureichende Größenauswahl in der Modebranche hat verschiedene Gründe.  Manchmal gibt es niemanden im Designstudio, der ein Bewusstsein dafür hat und darauf aufmerksam macht, oder diejenigen, die die Produkte entwerfen, sind nicht diejenigen, die sie später tragen. Die Menschen hinter den Designs machen den größten Unterschied. Bei der Kreation von Kleidung hat es sich Reebok zum Ziel gesetzt, dass sie jedem Körper gerecht wird, und bietet dementsprechend mehr inklusive Größen an. Und das Beste: Frauenkleidung wird bei Reebok nur von Frauen designt. Diese Designs sind von Frauen für Frauen. „Da wir alle Frauen sind, probieren wir die Produkte alle persönlich an und können direkt auf individuelles Feedback eingehen, bevor die Produkte in den Handel kommen“, sagt Jennifer Barrios, Senior Product Manager bei Reebok. „Ich bin überzeugt, dass wir deshalb so positive Reaktionen auf unsere Produkte bekommen, – die Passform, das Material, das Tragegefühl, die Details – auf alles wird geachtet, um sicherzugehen, dass ein Kleidungsstück bequem ist, gut aussieht und sich mit dir mitbewegt.“
 
Apparelsketch
Designskizze von Claire Durfee, Reebok Associate Apparel Designer
 
Jennifer ist schon seit über 20 Jahren in der Bekleidungsbranche tätig und hat in vielen verschiedenen Rollen gearbeitet. Sie sagt: „Ich liebe, was ich tue, denn es ist eine tolle Mischung aus analytischer und kreativer Arbeit. Ich finde gerne heraus, was Menschen motiviert und wie man am besten Produkte für ihre Wünsche und Anforderungen kreiert. Es ist erfüllend, ihre Geschichten zu erzählen, oder Geschichten zu schaffen, die sie inspirieren, sich weiterzuentwickeln, etwas zu verändern oder einfach Spaß zu haben.“ Jennifer sieht in der Repräsentation einen entscheidenden Faktor für Fortschritte. „Ich hoffe, das die Repräsentation in der Branche nicht nur auf Bildern, sondern auch hinter den Kulissen noch authentischer wird. Wir können mit Frauen sprechen und recherchieren, aber letztendlich brauchen wir [als Branche] auch Menschen mit diesen direkten Lebenserfahrungen in unseren Teams.“ 
 
Marianna Grieco, Director of Pattern for Apparel bei Reebok, sagt, dass mehr Repräsentation hinter den Kulissen zu mehr Repräsentation innerhalb der finalen Produkte führe. „In den letzten Jahren haben viele Marken ihre Größenauswahl erweitert und auch auf den Laufstegen und in ihren Kampagnen mehr Körpervielfalt gezeigt. Aber es ist noch ein weiter Weg bis wir [Reebok und die ganze Branche] die Welt, in der wir leben, so repräsentieren, wie sie wirklich ist.“ 
 
Marianna und Jennifer liegt das Thema inklusive Größen sehr am Herzen und sie waren an der Erweiterung der Größenauswahl für Reeboks Frauenkleidung beteiligt, die jetzt in Größen von 2XS bis 4X erhältlich ist. Laut Jennifer ist das Ziel die bestmögliche Passform. „Wenn die Passform stimmt, bist du nicht abgelenkt und kannst dich selbstsicher auf dein Workout konzentrieren.“ Wenn Frauen das Gefühl haben, dass ein Produkt speziell für sie designt wurde, wirkt sich das positiv auf ihre allgemeine Leistungsfähigkeit beim Tragen aus. „Unsere Untersuchungen haben gezeigt, dass unsere gesteigerte Selbstsicherheit wenn wir etwas tragen, das gut sitzt, letztendlich dazu führt, dass wir motivierter sind, neue Dinge auszuprobieren, Hindernisse zu überwinden und unsere Komfortzone zu verlassen.“ Für die perfekte Passform berechnet das Team nicht nur Größen mithilfe mathematischer Formeln, sondern erstellt auch Schnitte basierend auf unterschiedlichen Proportionen für unterschiedliche Körpertypen.
 
 
Da sich Kleidungsstücke wie Tights, Sport-Bras und Tanktops mit der Trägerin mitbewegen sollen, galt es für das Team, alles zu tun, um die bestmögliche Passform zu garantieren. Reebok erarbeitete alle anfänglichen Schnitte und Größen intern und zog auch Branchenexperten und natürlich Konsumentinnen hinzu, um die Passform für verschiedenste Körpertypen und Größen zu optimieren. Marianna sagt, die Herausforderung liege darin, weitere Größen hinzuzufügen. „Für jede weitere Größe ist es wirklich wichtig, zu berücksichtigen, wie die Form des Kleidungsstücks an die geänderte Körperform angepasst werden muss.“ Wenn neue Größen hinzukommen, muss sich das Team mit den Formen, Proportionen sowie dem richtigen Maß an Halt beschäftigen. Hüft- und Taillenmaße, Muskelbewegungen und vieles mehr wurde einbezogen, um nichts zu übersehen. 
 
Sobald die Punkte Größe und Passform abgeschlossen waren, wurde laut Marianna auf weitere Details eingegangen. „Wir lernen immer mehr über unsere Konsumentinnen und ihre Vorlieben und überlegen, wie wir Kleidungsstücke entwickeln können die, unabhängig von der Größe, verschiedenen Style- und Tragevorlieben gerecht werden.“ 
 
Jennifer sagt, es gehe darum, nicht nur Basics anzubieten, denn alle Frauen verdienten die gleiche Auswahl. „Wir wissen aus eigener Erfahrung und durch Feedback von Konsumentinnen, dass manche Firmen nur Basics in größeren Größen anbieten. Sie gehen davon aus, dass diese Frauen keine kräftigen Farben tragen und ihren Körper nicht zeigen wollen.“ Jennifer und ihr Team stellen die Produkte, die bis Größe 4X erhältlich sein sollen, aus neuen Must-haves und beliebten Basics zusammen, damit jede die bestmögliche Auswahl hat.
 
 
Jennifer sieht das Thema inklusive Größen als relativ komplex. Während es die Bewegung für Körperpositivität (den eigenen Körper schön zu finden, wie er ist) schon seit einigen Jahren gebe, sei der Begriff Körperneutralität noch relativ unbekannt. „Statt darum, den eigenen Körper so zu lieben, wie er aussieht, geht es bei Körperneutralität eher darum, anzuerkennen, was der eigene Körper leistet, und wie du ihn nutzen kannst, um die Welt zu erleben und dich dabei gut fühlst.“ Jennifer und ihr Team haben dieses Thema beim Designen immer im Hinterkopf. „Wir achten nach wie vor sorgfältig darauf, dass ein Kleidungsstück am Körper gut aussieht, aber noch wichtiger ist, wie du dich darin fühlst ... Wie können wir Teile designen, in denen du dich sicher fühlst – oder am anderen Ende des Spektrums – Grenzen verschieben willst? Wie lassen sich diese Teile kombinieren, damit dein Kleiderschrank vielseitig ist? Das sind Fragen, die wir uns stellen, die weit über optische Aspekte hinausgehen.“
 
Marianna sagt, beim Designen hochwertiger Produkte stünden alle Aspekte des Lebens einer Person im Fokus. Das ist besonders bei Fitnesskleidung entscheidend. „Reebok steht für einen aktiven Lebensstil und wir wollen jeder Frau Produkte bieten, die ihr helfen, zur besten Version ihrer selbst zu finden – auf physischer, mentaler und sozialer Ebene.“ Jennifer stimmt zu. Die Mission ist es, weiterhin dynamische, funktionale Produkte zu entwickeln, und zwar nicht unter den Labeln „Standard“ oder „Plus Size“, sondern für eine Vielzahl von Körpertypen, damit Frauen beim Anprobieren keine Enttäuschungen mehr erleben müssen. „Uns motiviert die Vorstellung von Gemeinschaft und gegenseitiger Solidarität unter Frauen. Wir wissen, dass jede von uns einzigartig ist und es keine Einheitsgröße geben kann.“
 
 
Jennifer rät anderen Designerinnen, die mit ihren Designs die Branche revolutionieren wollen, ihre Stimme zu nutzen, um Veränderungen zu bewirken. „Sei hartnäckig und trau dich, deine Meinung zu sagen. Du hast großartige Ideen. Es kann etwas dauern, andere dazu zu bringen, Neues zu wagen, aber wenn du auf Konsumentinnen hörst und Möglichkeiten erkennst, dann hol dir Unterstützung für die Umsetzung und du kannst es schaffen.“ 
 
Es bleibt zu hoffen, dass mehr Firmen erkennen, dass Veränderungen von innen heraus kommen müssen und das Repräsentation eine entscheidende Rolle spielt, und die Produktentwicklung dann entsprechend inklusiver wird.
Style / August 2020
Danielle Rines, Reebok Editorial
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