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Training / Mai 2020
Danielle Rines, Reebok Editorial

Mit Samantha Ortiz wird Online-Fitness zum persönlichen Erlebnis

Die Boutique-Studio-Inhaberin Samantha Ortiz hat sich in den letzten Wochen und Monaten einen Namen als Online-Fitness-Koryphäe gemacht und nutzt Social Media, um ihre Fitness-Community darin zu unterstützen, sich stark und voller Power zu fühlen.

In der jetzigen globalen Situation finden fast alle sozialen Aktivitäten auf Social-Media-Plattformen statt. Das gilt vor allem für die Fitness-Branche, die stark von den Lockdown-Regelungen betroffen ist. Hier spielen die sozialen Medien eine entscheidende Rolle beim Umsetzen von Kursen und Workouts. Leider können soziale Plattformen nicht wirklich das Gemeinschaftsgefühl ersetzen, das man sonst bei persönlicher Interaktion hat. Oder vielleicht doch? Bühne frei für: Samantha Ortiz.
 
Samantha, Trainerin und Inhaberin von Triple Threat Bootcamp, hat es geschafft, eine Online-Fitness-Community aufzubauen. In diesen schweren Zeiten setzt sie verstärkt auf Social Media. Sie nutzt Instagram (@so_manti) und Instagram Live, um Workouts zu streamen und sagt, dass sie es dank ihrem Engagement in den sozialen Medien geschafft hat, ihrer Community das Gefühl zu geben, gut betreut zu werden und sogar direkt bei ihr im Fitnessstudio zu sein. „Ich gebe selbst 100 %. Ich verausgabe mich komplett und ich denke genau das unterscheidet mich von den anderen“, erklärt Samantha. „Ich versuche immer, eine Verbindung zum Kunden oder der Gruppe aufzubauen und das Training voller Energie und Positivität zu gestalten. Ich glaube, dass es mir gelingt, mich online so zu verhalten als wäre ich im Fitnessstudio, und es ist ein fantastisches Gefühl, beides miteinander zu verbinden.“
 
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Das Erste, was einem an der Instagram-Seite von Samantha auffällt, ist wie lebhaft und fröhlich sie ist. Wenn du neu auf der Seite bist, wird dich ihre Fähigkeit, sich selbst so zu nehmen wie sie ist und immer Positives im Leben zu finden, in ihren Bann ziehen. Abgesehen davon ist sie zudem noch der Inbegriff von „badass“. Samantha beantwortet jede einzelne DM und gibt sich besonders viel Mühe, damit der Übergang vom Fitnessstudio zu Social Media für ihre Kunden so persönlich wie möglich ist. 
 
Sie gibt zu, dass manche Dinge etwas mehr Arbeitsaufwand erforderten, aber es gehöre dazu und sie möchte die Menschen, die bei ihren Kursen mitmachen, besser kennenlernen. „Bevor ich mit dem Workout beginne, bitte ich die Teilnehmer, ihren Namen als Kommentar zu hinterlassen, damit ich sie persönlich ansprechen und pushen kann. Ich weiß, dass es gut ankommt“, so Samantha. „Ich reposte auch jeden, der nach dem Workout ein Selfie postet. Diese kleinen Dinge geben den Teilnehmern das Gefühl ‚ich bin wichtig und sie denkt wirklich an mich‘. Das macht den Kurs zu etwas Besonderem.“
 
Während Samantha Social Media dazu verwendet, ihrer Community unter die Arme zu greifen, nutzt sie sie auch, um andere Trainer zu unterstützen und ihnen dabei zu helfen, erfolgreicher zu sein. Wenn sie nicht gerade Collab-Splitscreen-Workouts auf Instagram Live streamt oder die #DontRush Challenge mit anderen Trainern absolviert, zeigt sie ehemaligen Praktikanten, wie man Worktouts online hostet. Sie glaubt, dass gerade jetzt – in diesen Zeiten von Unsicherheit und Veränderung, in denen die Fitness-Branche neue Wege geht, – kleine Gesten Großes bewirken können. „Es ist ein tolles Gefühl. Ich liebe es, anderen in der Branche zu helfen und ihnen Dinge zu zeigen, die ich vielleicht selbst schon falsch gemacht habe. Ich helfe ihnen dabei, Workouts auf Instagram Live zu hosten, zeige wie man Menschen dazu motiviert, bei virtuellen Workouts reinzuklicken und am Ball zu bleiben, kleine Sachen halt. Ich freue mich, wenn ich anderen Fitness-Trainern helfen kann.“ 
 
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Außerhalb der Trainer-Welt ist Samantha fest entschlossen, anderen Frauen, insbesondere lateinamerikanischen Frauen, die in der Fitness-Branche Fuß fassen wollen, mit starkem Beispiel voranzugehen. Sie sagt, dass die Eröffnung ihres Studios Triple Threat Bootcamp in 2015 zusammen mit ihrer Mutter und Schwester ein Beweis dafür sei, was passiert, wenn man seiner Leidenschaft nachgeht. „Für jemanden wie mich, die in Brooklyn, New York, geboren, aufgewachsen und zudem eine Frau mit lateinamerikanischen Wurzeln ist, ist es nicht normal, ein Fitnessstudio zu besitzen, vor allem nicht als Frau“, erklärt sie. „Mit der Eröffnung meines Studios wollte ich diese gläserne Decke durchbrechen. Es waren also nicht nur meine Mutter, meine Schwester und ich, sondern drei lateinamerikanische Frauen, die in der Fitness-Branche Grenzen verschoben haben und der Beweis dafür sind, dass man alles erreichen kann, ganz egal wo man herkommt.“ 
 
Samantha sagt, dass alles klein anfing, aus einem starken Wunsch heraus, anderen Menschen helfen zu wollen. „Ich habe von null angefangen. Ich habe meine Schwester und ihre beste Freundin im Wohnzimmer meiner Eltern trainiert und dann ging es mit Mund-zu-Mund-Propaganda und sozialen Medien weiter“, erklärt sie. „Ich habe mit Bootcamps begonnen und genoss diese Atmosphäre und Menschen beim Erreichen von Zielen zu unterstützen, die sie nie für möglich gehalten hätten. Ich wollte das am liebsten jeden Tag machen, deshalb war der nächste Schritt die Eröffnung von Triple Threat Bootcamp.“
 
Bei diesem Studio ist tatsächlich die gesamte Familie involviert. Leider verstarb Samanthas Vater, der sie bei ihrer Leidenschaft, ein Studio aufzumachen, besonders unterstützte, einige Monate vor dessen Eröffnung. Doch sie sagt, dass sie einen Weg gefunden haben, ihn daran teilhaben zu lassen. Das Logo von Triple Threat Bootcamp ist ein Boot als Hommage an ihren Vater, der das Bauen und körperliche Arbeit liebte.
 
Da das Studio auf absehbare Zeit geschlossen bleibt, betrachtet Samantha die Möglichkeit, das Geschäft online weiter auszubauen, als einen aufregenden nächsten Schritt in der Weiterentwicklung ihrer Karriere. Sie arbeitet gerade an ihrem eigenen Programm, damit sie ihrer Community noch mehr Tools zur Verfügung stellen kann. „Wenn jemand bei den Live-Kursen nicht dabei sein kann, kann er/sie später die entsprechenden Aufnahmen abspielen, oder ich werde verschiedene Kurse auf Abruf anbieten, wie zum Beispiel Dehnübungen, Warm-ups, Cool-downs und Ernährungsempfehlungen“, erzählt sie. „In Sachen Fitness bekommen Kunden bei mir alles aus einer Hand. Fitness ist nicht nur auf den Körper beschränkt, der mentale Zustand und Ernährung gehören ebenfalls dazu. Ich möchte 100 % der mir verfügbaren Informationen teilen, damit die Kunden 100 % der Ergebnisse bekommen.“
 
Es mag den Anschein erwecken, dass Samantha so damit beschäftigt ist, allen anderen zu helfen, dass sie sich selbst dabei vergisst. Im Januar postete sie auf Instagram, dass sie sich für 2020 vornehme, sich selbst an erste Stelle zu stellen. Zu dem Zeitpunkt wusste sie natürlich nicht, dass die Welt binnen kürzester Zeit kopfstehen und ihr Vorsatz eine komplett neue Bedeutung annehmen würde. 
 
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Samantha sagt, dass es jetzt wichtiger denn je sei, die Zeit, die einem zur Verfügung steht, sinnvoll zu nutzen, doch auch daran zu denken, sich Pausen einzuräumen. „Manchmal will man einfach nur auf der Couch sitzen und sich den ganzen Tag Lieblingsserien reinziehen und das ist okay“, bemerkt sie. „Denn vielleicht gehst du den nächsten Tag motiviert und voller Tatendrang an. Ich möchte nicht, dass Menschen das Gefüll haben, ständig Leistung bringen zu müssen. Genieß die Zeit, hab Spaß, atme tief durch und erfreu dich an den positiven Aspekten der Situation.“
 
Während du dir also Auszeiten nimmst und tief durchatmest, vergiss nicht, etwas Spaß zu haben. Vor allem in Sachen Fitness und Ernährung sei es wichtig, sich nicht zu sehr einzuschränken, sondern etwas zu finden, was das Richtige für einen ist, erklärt Samantha. „Manche Tage sind schwieriger als andere. Es gibt Tage, an denen ich Schokokekse und Pizza esse, so ist das halt“, sagt Samantha. „Ich bin nicht perfekt. Aber du kannst dir sicher sein, dass ich am nächsten Tag einen Smoothie trinke und ein Workout mache.“
 
Das ganze Auf und Ab und die superstressigen Tage muss sie nicht allein meistern. Samantha sagt, dass ihr Mann sie bei allem unterstützt und an sie glaubt. „Mein Mann macht bei meinen Instagram Lives mit, aber von unserem Schlafzimmer aus“, so Samantha. „Er macht sie mit mir, aber von einem anderen Zimmer aus, und er hinterlässt viele Kommentare. Er ist ein toller Workout-Partner.“
 
In dieser sich ständig ändernden globalen Situation versucht Samantha immer, den besten Weg für sich zu finden, Social Media einzusetzen. Doch trotz allem wolle sie bei allen Interaktionen möglichst echt und authentisch bleiben, sagt sie. „Ich versuche etwas zu repräsentieren, was in der Fitness-Branche nicht normal ist“, erklärt sie. „Ich habe Rettungsringe, wenn ich mich hinsetze, ich habe Cellulite und ich kann im Fitnessstudio total abgehen. Für mich gibt es keine Grenzen und ich möchte immer das Gefühl haben, dass ich das kommunizieren kann. Ich muss nicht irgendeinem Schönheitsideal nacheifern. Jeder ist anders und ich denke, dass genau darin auch unsere Superkräfte liegen. Diese Einstellung möchte ich leben.“
 
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Während die Menschen versuchen, sich in der neuen Fitness-Welt zurechtzufinden, macht es sich Samantha zur Mission, ihnen dabei zu helfen, Fitness zum neuen Lifestyle zu machen und die Community bestmöglich zu unterstützen. „Das ist kein Sprint, sondern ein Marathon. Das ist ein Lifestyle und ich möchte, dass ihnen das bewusst wird“, sagt sie. „Egal ob während oder nach der Pandemie – ich möchte, dass sich Fitness als Lifestyle etabliert. Der Mensch muss jeden Tag essen und atmen. Fitness sollte genauso zum Alltag gehören und Spaß machen. Langeweile ist für mich beim Training tabu. Wenn ein Workout superviel Spaß macht, fühlt man sich danach unaufhaltbar, und ich will, dass Menschen dieses Gefühl vor allem jetzt erleben.“
Training / Mai 2020
Danielle Rines, Reebok Editorial