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Training / März 2020
Dan Stahl, Reebok Contributor

Ein Personal Trainer der etwas anderen Art

Sich mit einem Personal Trainer im Fitnessstudio zu treffen, ist sowas von out. Der neue Trend sind AI-Fitnessinstruktoren, die rund um die Uhr zur Verfügung stehen.

Kelly, ein schlanker Kerl Mitte zwanzig mit einem Tattoo, das unter einem der Ärmel seines T-Shirts herausblitzt, begrüßt mich zu unserem ersten Training. Wir fangen mit einem Warm-up an, sagt er, machen die Krafteinschätzung und dann kommt das eigentliche Workout.  
 
Nach einigen Einstiegsübungen fangen wir mit der Krafteinschätzung an. Kelly gibt mir vier Übungen: Bankdrücken, Schulterdrücken, Deadlifts und laterale Pulldowns. Danach geht's ans richtige Workout. Jetzt kommen andere Übungen auf mich zu – Bent Over Rows, Goblet Squats und Biceps-Curls.
 
Ganz normales Probetraining, oder? Wäre es auch, wenn Kelly hier bei mir wäre. Das ist er aber nicht. Das Bild des virtuellen Trainers und die aufgenommenen Anweisungen bestrahlen mich aus einem an der Wand montierten 1,5 m Bildschirm. Wenn ich für einen Armstütz auf den Boden gehe, muss ich mir den Nacken verrenken, um seine Bewegungen sehen zu können.  
 
Was die Übungen angeht, so läuft alles über Kabel, die an den Zylindern an beiden Seiten des Bildschirms befestigt sind. Wenn ich sie hebe und ziehe, merkt das System das und gibt Widerstand. Nach drei Wiederholungen wird eine Zahl angezeigt, die laut dem Algorithmus von Tonal – einer Technologie-Plattform, die diesen AI-Fitnessservice anbietet –, meine optimale Belastung für die jeweilige Übung darstellt. 
 
Die Idee ist nahezu genial: Sobald das System meine Fähigkeiten kennt, kann es automatisch den optimalen Widerstand einstellen. Naja, angeblich. Rudern läuft gut, aber das Gewicht für die Kniebeugen ist zu schwer und die Armbeugen zu leicht. 
 
Praktischerweise kann ich das Gewicht am Bildschirm ändern. Was nicht so praktisch ist, ist das das System schnell durcheinander kommt, wenn ich eine Pause mache, um die Einstellungen zu ändern. In dem Glauben, ich hätte aufgegeben, lotst es mich zur nächsten Übung. 
 
Trotz der Lernkurve ist das Workout gar nicht so übel. Zum Schluss schwitze ich genauso wie wenn ich im Fitnessstudio Gewichte stemme. Und Kellys Lob gibt mir definitiv das Gefühl, ich hätte es gut gemacht. 
 

Rise of the (AI) Machines

Wenn man dem Hype Glauben schenken darf, ist das die Zukunft von Fitness. Das Forbes-Magazin erklärte künstliche Intelligenz zum Wellness-Trend von 2020, wobei insbesondere Tonal erwähnt wurde. Ähnlich verhält es sich mit tragbarer Technologie, die beim jährlichen Fitness-Trend-Vergleich des American College of Sports Medicine in den letzten vier von fünf Jahren den ersten Platz einnahm.    
 
Einige AI-Produkte sind auf Krafttraining spezialisiert, während andere, wie z. B. der Bowflex Max Trainer, cardio-basiert sind. Ursprünglich wurde der Hybrid aus Stepper und Crosstrainer ohne jegliche "smarte" Technologie betrieben. Sein Hersteller Nautilus fügte die AI-Funktionalität letzten Herbst hinzu und jetzt können Kunden mit einem digitalen Trainer namens Max interagieren, der Anweisungen gibt und motiviert. 
 
Max ist auch ein kleiner Wichtigtuer, der Workoutdaten überwacht und sich alles genau merkt. Er meint es aber wirklich nur gut. Dadurch kann er nämlich die Routine individuell anpassen und Trainingsempfehlungen geben, damit die Kunden stark und drahtig werden. 
 
Wenn dich Max stark an Kelly erinnert, liegst du nicht falsch. Der Hauptunterschied ist, dass Kelly ein echter Mensch ist und du ihn gegen neun andere Trainer von Tonal tauschen kannst, denn jeder von ihnen hat einen einzigartigen Fitness-Hintergrund. 
 
Da ist z. B. Liz, die einen Doktortitel in Kinesiologie- und Rehabilitationswissenschaften hat. Oder Paul, der College-Football gespielt hat. Natalie tritt in Pole-Dance-Wettbewerben an, während Psychotherapeut Pablo Fitness aus einer Achtsamkeitsperspektive betrachtet. Kelly ist übrigens Tonals Leiter von Trainingsplan und Performance und sein Lieblingssnack vor dem Workout ist ein halbes Sandwich mit Erdnussbutter und Marmelade.    
 

Fitness leicht gemacht

Virtuelle Trainer gibt es praktischerweise auch in tragbaren Größen, vor allem für Smartphones und Wearables. iPhone-Nutzer können mit AI-Fitness sogar personalisiertes Krafttraining machen. Die App wertet Daten von 5,9 Millionen Workout-Downloads weltweit aus und sagt dir, wie viel Gewicht du zu stemmen hast, wie viele Sätze du machen musst und wie lange die Pausen zwischen den Sätzen sein dürfen. 
 
Aaptiv Coach, ein Abo-basiertes Feature der Aaptiv App, geht sogar einen Schritt weiter. Hier geht es nicht nur um Training, sondern auch Ernährung und Schlaf. Man muss nur einen Fragebogen ausfüllen, die eigenen Trainingsdaten eingeben und BOOM! Der Trainer hat einen kompletten Lifestyle-Plan für dich bereit, den du befolgen kannst. Andere Apps überwachen deinen Herzschlag und Schlafrhythmus, um festzustellen, ob du vor einem Marathon trainieren oder dich lieber schonen solltest.
 
Die Hersteller der AI-Technologie betonen immer wieder gerne, wie unkompliziert sie ist: Kein Schleppen ins Fitnessstudio, keine astronomischen Kosten fürs Personal Training, kein Abhetzen nach der Arbeit, um ins Gym zu kommen, bevor es schließt.
 
Personal Trainer selbst sehen die Vorteile von AI-Fitness. „Man kann sich Erinnerungen setzen, Check-ups und technische Fitness-Informationen erhalten, wie z. B. in Bezug auf Herzschlag, Körperfettanteil und Macronährstoffspiegel“, erklärt Bryce Henson, von National Academy of Sports Medicine zertifizierter Personal Trainer. 
 
NASM-Trainerin Katie Kollath glaubt, dass Daten zu Performance und Regeneration motivierend wirken. Wenn man diese Information hat, dann sagt sie, dass „es einfacher ist, mit Ausreden fertigzuwerden, die wir uns ausdenken, wenn uns nicht nach Trainieren zumute ist.“
 
Zu den Vorteilen gehört auch der Zugriff auf Abruf und die Vermeidung von Stillstand. Wenn Systeme wie Bowflex merken, dass man bessere Leistung bringt, erhöhen sie die Intensität des Workouts. Und „Max“, genauso wie andere virtuelle Trainer, steht jederzeit zur Verfügung, was ein Workout Zuhause je nach Lust und Laune möglich macht.   
 
Doch trotz all dieser Fortschritte, die AI-Fitness gemacht hat, kann sie menschlichen Kontakt nicht ersetzen. Personal Trainer bieten zusätzlich zu Fitnessberatung auch Motivation und soziale Interaktion. „Man kann mit ihnen Zeit verbringen, Stress abbauen und tolle Unterhaltungen führen“, so Katie. Bryce glaubt, dass der Bedarf nach sozialer Interaktion dafür sorgt, dass „Gruppenkurse und persönliches Training immer einen festen Platz in Fitness haben werden.“
 
Das sind gute Nachrichten für Trainer aus Fleisch und Blut. Macht einfach so weiter wie bisher. Wenn du mit deinem Personal Trainer glücklich bist, bleib dabei. Wenn dein Fitnessstudio um die Ecke ist und du nicht Zuhause trainieren möchtest, ist das auch in Ordnung. Aber für diejenigen, die auf Algorithmen basiertes Training von einer virtuellen Pole-Tänzerin im eigenen Wohnzimmer ausprobieren möchten – AI-Technologie hat alles, was du brauchst.  
 

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