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Running / März 2020
Rozalynn S. Frazier, Reebok Contributor

Was es mit Laufen bei kaltem Wetter und Husten auf sich hat

Passiert es dir auch, dass dein Lauftraining bei eisigen Temperaturen damit endet, dass du husten musst wie ein Kettenraucher? Hier erfährst du mehr darüber, welchen Effekt das Wetter auf die Lunge hat und was Experten raten, um gut durch den Winter zu kommen.

Als Belohnung für deinen Lauf in der Kälte erhoffst du dir Schweiß, Endorphine und das schöne Gefühl, den inneren Schweinehund überwunden zu haben. Stattdessen bekommst du meistens unendliche Hustenanfälle und ein Brennen in der Brust.  
  
Der Husten kann natürlich auf eine Erkältung, Asthma (Training und kaltes Wetter sind bekannte Auslöser) oder eine Erkrankung der oberen Atemwege zurückzuführen sein. Doch der Verdacht liegt nahe, dass es sich um belastungsinduzierten Bronchospasmus („exercise-induced bronchospasm“, EIB) handelt. 

EIB verstehen  

„Belastungsinduzierter Bronchospasmus wird durch die Verengung der Luftwege während körperlicher Aktivität ausgelöst, was den Luftfluss und damit die Atmung erschwert“, erklärt Dr. med. Alexandra Kreps, Allgemeinärztin und Internistin bei Tru Whole Care in New York City. „Schnelle Atmung kann die Bronchien austrocknen und den Luftfluss einschränken bzw. erschweren.“  
 
 
Die Erkrankung an sich sei nicht saisonabhängig, aber die Symptome verschlimmerten sich im Winter, weil die kalte, trockene Luft zu vermehrter Verengung der Atemwege führe, erklärt Dr. med. Sasan Massachi, Hausarzt und Internist in Beverly Hills, CA. „Kalte Luft trocknet auch die Lunge aus und beeinträchtigt die mukoziliare Clearance, also die Selbstreinigung der Atemwege in der Lunge, bei der Verunreinigungen und Reizerreger entfernt werden.“ (Übersetzung: Du kannst dir beim Laufen nicht so effektiv die Nase putzen, um wieder gut atmen zu können.) 
 
Obwohl EIB oft gleichbedeutend mit belastungsinduziertem Asthma („exercise-induced asthma“, EIA) verwendet wird, handelt es sich hier um zwei unterschiedliche Erkrankungen. „Bronchospasmus nach körperlicher Belastung gehört zwar zum Spektrum der Asthma-Erkrankungen, muss aber als ein eigenständiges Krankheitsbild behandelt werden“, erklärt Dr. med. Michael S. Niederman, Clinical Director and Associate Chief of Pulmonary and Critical Care Medicine beim New York-Presbyterian/Weill Cornell Medical Center in New York City. „EIB kann zur Verschlimmerung der Symptome bei Asthma-Patienten führen, aber es gibt auch Menschen, die nicht an Asthma leiden und trotzdem Bronchospasmus entwickeln, wenn sie bei kalter, trockener Luft trainieren.“  

Hilfreiche Tipps bei EIB-Husten 

Mal ehrlich: Etwas Husten wird dich nicht vom Laufen im Winter abhalten. Aber es gibt auch Möglichkeiten, zu verhindern, dass du dir jedes Mal, wenn du vom Laufen nach Hause kommst, die Seele aus dem Leib hustest. Wenn du das nächste Mal die Schuhe zum Laufen schnürst, nimm dir etwas Zeit, die Lunge aufzuwärmen. „Die Lunge reagiert auf plötzliche und starke Temperaturveränderungen“, bestätigt Dr. med. Shuhan He, Notarzt am Massachusetts General Hospital in Cambridge, MA. „Je stärker die Veränderung, desto größer ist die Chance, dass sich die Lunge zusammenzieht, vor allem, wenn man aus warmer Umgebung in sehr kalte Umgebung wechselt.“ 
 
 
Um deiner Lunge Zeit zu geben, sich auf den Wechsel von warm zu kalt vorzubereiten, ist die richtige Laufkleidung extrem wichtig und dazu gehört nicht nur eine gefütterte Jacke und Laufschuhe mit traktionsstarker Sohle. Denke auch an einen Schal oder eine Sturmhaube als Schutz für Mund und Hals, wenigstens für die ersten 10 Minuten, damit sich die Luft erwärmen kann, bevor sie in den Körper gelangt. „Diese Extralagen heben die Körpertemperatur und erwärmen die kalte Luft, bevor sie in die Lunge strömt“, bestätigt Dr. He.
 
Du solltest auch üben, tief durch die Nase statt kurz und schnell durch den Mund einzuatmen. „Wenn du durch die Nase ein- und durch den Mund ausatmest, muss die kalte Luft längere Wege zurücklegen, um in die Lunge zu gelangen. Die Nasenschleimhaut und Luftröhre erwärmen und befeuchten die Luft zusätzlich“, erklärt Dr. Kreps. 
 
Hier sind noch einige Strategien, um Husten nach dem Laufen vorzubeugen und das Training angenehmer zu gestalten.
 
1. Viel trinken 
 
Das gilt nicht nur bei heißem Wetter. Um Husten effektiv vorzubeugen, musst du auch im Winter viel Flüssigkeit zu dir nehmen. „Das hilft dabei, die Zellen in der Lunge in optimalem Zustand zu halten, damit sie die kalte, trockene Luft beim Einatmen befeuchten können“, erklärt Dr. He. Das kann wiederum der Reizung vorbeugen, die dann schließlich zum Husten führt. Um sicherzugehen, dass du genug trinkst, schnapp dir eine Wasserflasche mit Skalierung, damit du deinen Flüssigkeitskonsum genau nachvollziehen kannst.  
 
 
2. Nicht so schnell 
 
Während kalter Wintermonate solltest du das härtere Lauftraining auf dem Laufband absolvieren. Und das ist der Grund dafür: „Trainingseinheiten mit höherer Intensität, wie z. B. Intervall- oder Schnelligkeitstraining, führen zu vermehrter Luftaufnahme und damit zu mehr Wärmeverlust beim Atmen“, so Dr. Neiderman. Wenn man all diese warme Luft ausatmet, erklärt er, sei die kalte Luft beim Einatmen doppelt so reizend für Lunge und Luftwege und mache den Husten möglicherweise sogar noch schlimmer. 
 
3. Der Gang zum Arzt 
 
Wenn der Husten auch bei milderen Temperaturen einfach nicht weggehen will oder länger als einige Minuten bestehen bleibt, nachdem du wieder Zuhause bist, mache einen Termin beim Hausarzt oder Lungenspezialisten aus. Es sei wahrscheinlich nichts Ernstes, aber ein Arzt könne herausfinden, ob eine andere Erkrankung vorliege, um die man sich kümmern sollte, so Dr. Massachi.  
 
Wenn du nämlich den Grund für den Husten kennst und entsprechend handelst, kannst du dich endlich auf wichtigere Dinge konzentrieren, wie z. B. das schwer fassbare Läuferhoch.

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